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| 09:00 |
Beginn des Sozialdienstseminares
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| 09:00 – 10:00 |
Einführung
Vorstellen der Seminarteilnehmer, Sinn des Treffens, Organisatorisches
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| 10:00 – 12:00 |
Südwind Workshop – "Weltsicht entwickeln"
"Ein philosophischer und spannender Zugang zu unseren Bildern im Kopf: Weltbilder als Abbild der Wirklichkeit oder als Ausdruck unserer gesellschaftlich-kulturell geprägten Sichtweisen? Fragen aufwerfen, Neugierde wecken, Blickwinkel ändern, ...
Schöne Ferien gehabt? Waren Sie vielleicht in Australien oben oder in Norwegen unten? Sie denken sich, da stimmt was nicht? Alles paletti! Wir stellen nur einmal die Welt auf den Kopf! Doch damit ist´s noch nicht genug: wir drehen und wenden sie auch noch und machen zum Beispiel die Insel Samoa zum Mittelpunkt der Welt. Jetzt heißt´s: Durchblick bewahren oder besser gesagt: Weltsicht entwickeln! Mit diesem Workshop machen wir uns ein neues Bild von der Welt: Landkarten, Projektionen, Lebensalltag anderswo, Fragen und Antworten zu Lebensstil und Lebensqualität bei uns und in fernen Ländern ..."
Mehr unter: www.oneworld.at/swaalt/start.asp
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| 12:00 – 13:00 |
Pause - Mittagessen
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| 14:00 – 16:00 |
Besuch des SOS – Kinderdorfes in Imst
"Angesichts des Elends unzähliger Kriegswaisen nach dem Zweiten Weltkrieg und den überfüllten und klinisch wirkenden Waisenheimen initiierte Hermann Gmeiner im Jahr 1949 den Bau des ersten SOS-Kinderdorfes in der Tiroler Kleinstadt Imst. Im Zentrum von SOS-Kinderdorf steht das Bemühen, Kindern, die ihre Eltern verloren haben oder nicht mehr bei ihnen leben können, ein dauerhaftes sowie langfristiges Zuhause und ein stabiles Umfeld zu geben.
Besonderes Augenmerk wird auf eine intensive Vorbereitung der Kinder auf ein selbstständiges Leben gelegt, um die Integration in das gesellschaftliche Umfeld zu unterstützen und berufliche Perspektiven zu eröffnen. Jenen Einrichtungen, die das SOS-Kinderdorf ablösen und die Jugendlichen in ein selbstverantwortliches und unabhängiges Erwachsenenleben begleiten, kommt damit eine wesentliche Bedeutung zu.“
Bericht:
Am Samstag gegen 14 Uhr erreichten die Teilnehmer des Sozialdienstseminars nach einer Autofahrt von knapp einer Stunde das SOS-Kinderdorf in Imst, wo sie herzlich vom Kinderdorfleiter in Imst, Dr. Sebastian Wildbichler, empfangen wurden. In den folgenden Stunden sollten die angehenden Auslandsdiener mehr über die spannende Geschichte eines Mannes und seiner Idee erfahren:
Als Hermann Gmeiner 1949 angesichts der Not zahlreicher Kriegsweisen in Österreich die Idee gebar, Kindern ein neues Zuhause zu schaffen, wollte wohl niemand so recht an einen Erfolg glauben. Doch trotz aller widrigen Umstände und finanzieller Engpässe war Hermann Gmeiner dank seiner unermüdlichen Zuversicht und seines organisatorischen Talents mehr als nur erfolgreich. Bereits 10 Jahren nach Baubeginn des SOS Kinderdorfes in Imst gab es 20 Kinderdörfer in Österreich, Deutschland, Frankreich und Italien. Der Rest ist die Geschichte eines weltweiten Erfolges. Derzeit gibt es ca. 440 Kinderdörfer sowie Kindergärten, Schulen, Sozialzentren und andere Jugendeinrichtungen in über 130 Ländern und damit sind der Expansion einer so einfachen wie guten Idee noch lange keine Grenzen gesetzt.
Die Idee Hermann Gmeiners klingt banal und hat doch weltweit Schule gemacht:
Ich weiß nichts Besseres, einem Kind zu helfen, als ihm eine Mutter geben, Geschwister geben, ein Haus, ein Dorf zu geben.
In Imst leben derzeit 12 Kinderdorffamilien mit 4-5 Kindern pro Familie. Neben den Familienwohnhäusern befinden sich auf dem Areal des Kinderdorfes ein Kindergarten mit Bibliothek, ein Sportplatz, eine Kapelle, mehrere Verwaltungsgebäude, ein Gästehaus uvm. Hier wie in den Kinderdörfern weltweit wird Kindern ein sorgenfreies Aufwachsen garantiert.
Als zukünftige Auslandsdiener, von denen einige an Einrichtungen des SOS Kinderdorfes arbeiten werden, möchten wir uns für die freundliche Einführung durch Herrn Dr. Sebastian Wildbichler bedanken. Der SOS-Kinderdorf-Organisation wollen wir weiterhin viel Erfolg wünschen, und hoffen, dass auch wir einen kleinen Beitrag zum Gelingen einer großen Idee leisten können.
Mehr unter: www.sos-kinderdorf.at
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| 17:00 – 18:00 |
Vortrag von Dr. Walter Ringer, Psychologe und Psychotherapeut
Dr. Ringer ist in der Erziehungsberatung in der Anichstraße in Innsbruck tätig. Er wird einen kurzen Impulsvortrag zum Thema VERHALTENSAUFFÄLLIGE KINDER halten und steht dann für Fragen zur Verfügung.
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| 18:15 – 19:15 |
Führung durch Integrationshaus von Dr. Jussuf Windischer
"Im August 1998 stellte die Diözese das ehemalige Haus der Jugend dem Verein "Caritashaus Gumppstraße" zur Verfügung. Die eigentlichen Projektgründer waren Obdachlose, Junkies, Asylwerber, Studenten, ein Franziskaner, die Stadtcaritas und andere, welche einfach einen Lebensraum suchten.
Bericht:
Zu tiefstem Dank verpflichtet sind wir dem Integrationshaus in Innsbruck, insbesondere dessen Leiter und Manager Jussuf Windischer. Er stellte uns für die Dauer des Seminars kostenlos einen Raum für unsere Vorträge und Diskussionen, sowie einen weiteren Raum mit Matratzen als Übernachtungsgelegenheit zur Verfügung.
Gegründet wurde das Stadtcaritas Integrationshaus 1998 von Obdachlosen, Junkies, Asylwerbern, Studenten, einem Franziskaner, der Stadtcaritas und anderen, die einfach nur einen Lebensraum suchten. Das Haus wurde ihnen von der Diözese zur Verfügung gestellt und ist seitdem finanziell autark, das heißt es lebt von Mieteinnahmen. Es ist nun sehr schwierig zu beschreiben, was das Integrationshaus ist. Man könnte mit den verschiedenen Einrichtungen beginnen, von der Moschee mit dem einzigen betriebenen Minarett in Tirol, von der Kapelle, die genau darüber liegt, von interkulturellen kulinarischen Veranstaltungen wie dem Dinner Club, wo sich die Menschen verschiedener Kulturen beim gemeinsamen Essen kennen lernen. Man könnte von der Lernhilfe erzählen, wo man nicht nur versucht, die Kinder durch die Schule zu bringen, sondern sie zu den Klassenbesten machen will. Aber die Essenz des Integrationshauses ist die Vermischung der Menschen, das Nichtzulassen der Separation.
Integration bedeutet Kontakt, ein Mischen, Zusammenbringen der verschiedensten Menschen, und das wird im Integrationshaus gelebt! Um zu verdeutlichen was ich meine, möchte ich eine kleine Anekdote erzählen:
Im Integrationshaus leben aktive Junkies neben einem Kindergarten. Und was tat man? Einem Junkie ein Baby in die Arme legen, einem Menschen, dem dies für 10 Jahre oder mehr verboten war! Bei diesem Kontakt wird der unschätzbare Wert dieses jungen Lebens klar, wird klar, dass dieses zarte Wesen um alles in der Welt zu beschützen ist. Darauf hinzuweisen, dass keine Spritze oder sonstiges ein Kind je gefährden dürfe, scheint fast hinfällig. Und was passiert wenige Zeit danach? Über dem Kindergarten raucht jemand und wirft seine Zigarette sorglos aus dem Fenster, da ruft eine Stimme von unten: Bist deppert, da kannst do net die Zigarettn obehaun! Da san ja Kinder!
Der, vor dem die Kinder beschützt werden sollten, wurde zum Beschützer der Kinder. Im Integrationshaus funktioniert Integration. Das war schön zu sehen.
sondern Leute, die Ressourcen haben, die etwas beitragen können."
Mehr unter: www.caritas-innsbruck.at/home.htm
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| 19:15 – 20:00 |
Pause, Abendessen
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| 20:00 – 21:00 | Vortrag von Friedrich Pichlmann für ATTAC über Globalisierung
"Die derzeitige Form der Globalisierung verbreitet ein Gefühl der Ohnmacht. Mitgestaltung scheint nicht möglich. Wir, ATTAC Österreich, setzen dem Eindruck der Nichtgestaltbarkeit globaler Zusammenhänge die politische Forderung der Demokratisierung der Wirtschaft und ihre Ausrichtung auf die langfristigen Überlebensinteressen der Menschheit entgegen."
Bericht:
Zum Knüller-Termin im samstäglichen Hauptabendprogramm trat der Globalisierungsgestalter Franz Pichlmann von ATTAC-Tirol auf, das Publikum beschränkte sich großteils nicht auf passives Konsumieren, sondern entwickelte bald eine engagierte Diskussion über Definitionen, Vor- und Nachteile von Globalisierung und Liberalisierung. Immer wieder einmal kam auch Pichlmann selbst zu Wort und stellte die Hauptanliegen von ATTAC (Association pour une taxation des transactions financieres a laide aux citoyens) dar:
- Regulierung der Finanzmärkte (u.a. durch die sogenannte Tobin-Steuer)
- Entschuldung der Entwicklungsländer
- Demokratisierung der internationalen Finanzinstitutionen WTO und Weltbank
- Verhinderung weitreichender Privatisierungen im Dienstleistungssektor (GATS-Abkommen): z.B. Wasser- u. Energieversorgung, Gesundheits- u. Pensionsvorsorge, Bildung;
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Um diese Ziele zu begründen beinhalteten Pichlmanns Ausführungen und die mitgebrachten Informationsblätter einiges an zu denken gebendem Zahlen- und Datenmaterial, aus dem ich einige wenige Punkte anführen möchte:
&Mac183; Nur 3% des Umsatzes am Weltmarkt betreffen Handelsgüter, 97% entfallen auf Devisenspekulationen, welche für weltweit spürbare Wirtschaftskrisen (z.B. Südostasienkrise) verantwortlich sind;
&Mac183; Die Einkommensschere zwischen dem Fünftel der Menschen in den reichsten Ländern und dem in den ärmsten hat sich unter dem Einfluß des Welthandels seit 1960 von 30:1 auf 74:1 erhöht;
&Mac183; In den Entwicklungsländern leiden 800 Mio. Menschen chronisch an Hunger, 1 Milliarde Menschen hat kein Dach über dem Kopf (?!?) und 1,3 Mill. kein sauberes Trinkwasser;
&Mac183; Rechnet man die Neukredite (NordÆ Süd) und die Kreditrückzahlungen inkl. Zinsendienst (Süd ÆNord) zusammen, erfährt man, dass seit 18 Jahren unterm Strich Geld von den Entwicklungsländern in die Industrieländer fließt;
Angesichts dieser und ähnlicher Fakten bieten sich eigentlich nur zwei Möglichkeiten, entweder in resignative Passivität zu verfallen oder bei der ATTACschen Gestaltung der Globalisierung mitzuwirken; ob ich Mut und Eifer aufbringe, die zweite Möglichkeit zu wählen, wird sich zeigen.
Mehr unter: www.attac-austria.org
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